Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage wurde in den dreißiger Jahren von Emil und Estrid Vodder in Südfrankreich entwickelt. Emil Vodder war als Masseur in Cannes tätig. Das milde und warme Klima der Côte d'Azur brachte vielen Engländern, mit Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen Linderung und Heilung.

Vodder fielen die oft vergrößerten Lymphknoten am Hals auf. Er begann diese vorsichtig mit rhythmischen, leichten Bewegungen zu massieren. Bald stellte sich eine Besserung des Gesundheitszustandes der Patienten ein. Vodder forschte weiter und reiste nach Paris um in seinen Vorträgen vor Fachleuten seine Theorie zu verbreiten. In der Folge fand er viele Anhänger und Fachleute, die sich mit dem Thema Lymphe und Lymphsystem zu befassen begannen.

Vor allem in Deutschland wurde die Forschung vorangetrieben, so daß heute die Funktion und der Aufbau des Lymphsystems mit den Lymphknotenstationen bekannt ist. Über das Lymphsystem werden alle Stoffe abtransportiert, welche von der Struktur her zu groß sind, um über die venösen Blutbahnen abgeführt zu werden. (Fettzellen, Zelltrümmer, Stoffwechselendprodukte, überschüssige Gewebeflüssigkeit usw.)

 

Bei krankhafter Veränderung oder Verletzung der Lymphknoten (Operationen, Bestrahlungen), müssen diese oft operativ entfernt werden. Folglich wird der Transportweg für die Lymphflüssigkeit unterbrochen und es entstehen Ödeme (Wasseransammlungen) im Gewebe. Wird in einem solchen Fall innerhalb dreier Wochen nach der Operation (mit Vorteil auch schon vor bevorstehenden Operationen) mit manueller Lymphdrainage behandelt, kann die Ödembildung vermieden werden. Dies ist möglich, weil der Körper in der Lage ist Umgehungswege zu aktivieren.

 

Anwendung

Die Lymphdrainage eignet sich besonders zur Behandlung von Krankheiten, welche auf eine schwache Abwehrtätigkeit des Körpers schließen lassen (Schnupfen, Infektionen usw.). Geschwollene Beine und Arme u.a. als Folge von Operationen oder angeborene Lymphabflussdefekte werden erfolgreich behandelt. Auch (großflächige) Brandnarben oder sonstige Narben werden mit der Lymphdrainage behandelt. Unter Vorbehalt, kann die manuelle Lymphdrainage im kosmetischen Bereich zur Minderung von Cellulite (Orangenhaut) und zur Gewebestraffung eingesetzt werden.

 

Was können Sie selber tun?

Mit einem hochwertigen, naturbelassenen Salz kochen. Viel Bewegung an der frischen Luft – pro Tag mindestens eine halbe Stunde zügiges Gehen – entlastet die Venen und das Gemüt. Ihr Therapeut zeigt Ihnen auch gerne venenentlastende Übungen. Vermeiden Sie Verletzungen der Lymphgefäße und denken Sie vor und nach operativen Eingriffen an die Manuelle Lymphdrainage (bessere Heilungsverlauf und schönere Narbenbildung).